Weinfest in Beckum spricht junges Publikum an





Es war eine Premiere für das Weinfest: Statt in der Balver Höhle wurde die Feier am Samstagabend erstmals in der Hönnetalhalle Beckum durchgeführt. Das erwies sich als weise Entscheidung, denn das kleine, aber feine Publikum hätte in den Weiten der Höhle sicher etwas verloren gewirkt. „Klar, wir hätten uns ein paar mehr Besucher gewünscht“, räumte Martin Weißmüller von den Beckumer Schützen ein, die das Fest nun zum zweiten Mal ausrichteten. „Dafür haben wir ein junges, ausgesprochen nettes Publikum erreicht.“

Das erfreute sich sichtlich an der familiären, gemütlichen Atmosphäre in der Hönnetalhalle, und selbst Bier-Traditionalisten wagten sich unter Anleitung an das Geschmackserlebnis heran. Und das Ganze auch noch für einen guten Zweck, denn die Hälfte des Gewinns soll dem DeCent-Laden zu Gute kommen.

Spanischer Cinquenta„Das Sauerland ist keine klassische Weintrinker-Region“, weiß der Experte des Abends, Wolfram Schmitz, vom Weinhaus Schmitz am Baumberg. Das Bierglas gegen einen Weinkelch zu tauschen, kostet den Sauerländer nun mal etwas Überwindung. Umso schöner für Wolfram Schmitz, einem breiten Publikum einmal nicht nur einen Dornfelder oder Spätburgunder Weißherbst, sondern auch einen spanischen Cinquenta ausschenken zu dürfen. Seine Frau fehlte wegen Krankheit an diesem Abend, doch der Ehemann vertrat sie routiniert. „Ich mache hier heute Abend die Beratung, wir haben die Weine ausgesucht.“Gut liefen am Samstagabend die etwas süßeren Tropfen. „Wir waren schon darauf vorbereitet und haben viele halbtrockene oder süße Weine eingepackt“, sagt Wolfram Schmitz. Auch unbekanntere Sorten hatte er im Gepäck

Der teuerste Tropfen des Abends war ein „Barolo“ aus handgelesenen Trauben aus Nervas­co, Bersano und Piemont. Nach zwei Jahren der Reifung im Eichenfass wartete er nun in Balve auf seinen Entdecker. „Wir haben bewusst einen Querschnitt aus allen Gebieten gewählt. Italien, Frankreich, Chile, aber natürlich mit einem breiten Angebot an deutschen Weinen.“Connaisseur eher selten vertreten Der Connaisseur ist beim Weinfest eher selten vertreten, aber es geht ja auch um die Freude am Probieren und dem gemeinsamen Entdecken. Ursprünglich hatte die Kolping-Familie in der Höhle die Weintradition hochgehalten. Zum zweiten Mal ist das Fest nun unter der Regie der Beckumer Schützen. „Für die Höhle waren es einfach zu wenige Besucher beim letzten Mal. Es wirkt dann leer und ungemütlich, wenn sich die Leute in der großen Höhle so zerstreuen“, sagt Martin Weißmüller. Außerdem spart der Heimvorteil in der Hönnetalhalle auch bares Geld. „Die Beckbeats spielten für die Besucher, und gegen 21.30 Uhr wagten dann auch einige Besucher ein Tänzchen.“


(Quelle: derwesten.de, 20.10.2015, Steffie Friske)





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08:25:20 21.10.2015 von Administrator