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XXL-Vogelschießen endet mit dem 277. Schuss

Die Geschichte wiederholt sich doch, zumindest bei der Schützenbruderschaft St. Hubertus Beckum.

Denn ebenso wie vor 25 Jahren, als Heinz Baumeister den Vogel abschoss, sahen die zahlreichen Besucher des Schützenfestes auch am Montagmorgen ein XXL-Schießen, das der neue König Thomas Stöffer erst mit dem 277. Schuss für sich entschied.

„Das Schießen hat ja fast genauso lange gedauert, wie das Spiel Deutschland gegen Italien“, scherzte der neue Regent, bevor er seine Frau und Königin Sabrina noch unter der Vogelstange herzte und die vielen Glückwünsche mit ihr entgegennahm. Unter den Gratulanten waren das Königspaar Wilhelm und Edith Daake, aber auch Bürgermeister Hubertus Mühling sowie Heinz Baumeister, der das spannende Vogelschießen aus nächster Nähe betrachtete.

Nachdem der bis dahin amtierende König Wilhelm Daake, Ortsvorsteherin Julia Jost, Präses Wilhelm Grothe und Brudermeister Markus Baumeister die Jagd auf den stolzen Aar eröffnet hatten, kamen die Beckumer Schützen gleich zur Sache. Jubiläumskönig Heinz Baumeister schoss die Krone und Felix Butterweck den rechten Flügel ab und Stefan Finke sicherte sich Zepter, Apfel und den linken Flügel.

Als der Vogel mehr und mehr schrumpfte, kamen bei Stefan Finke Bedenken auf. „Ich muss ja damit rechnen, dass er jeden Moment runter fällt“, sagte der Beckumer und wollte sich eigentlich aus dem Kampf um die Königskette verabschieden. Dazu kam es aber nicht, weil Stefan Paul ihn ermutigte, weiter zu schießen.

Dauerbeanspruchung
Dadurch kam es zu einem spannenden Wettbewerb, an dem die Duos Stefan Finke/Stefan Paul und Thomas Stöffer/Ferdi Krutmann beteiligt waren, und zwar bis zum letzten Schluss. Auf den Volltreffer mussten die ehrgeizigen Schützen allerdings lange warten. Das lag vor allem an den Gewehren, die durch die Dauer­beanspruchung so heiß geworden waren, dass Schießmeister Stefan Brinkschulte erst einmal eine Pause einlegte. Sie brachte aber nichts. Deshalb ging er an sein Auto und tauschte die neuen gegen die alten Gewehre aus. Mit einem Lächeln auf den Lippen sagte Stefan Brinkschulte: „Diese Dinger haben schon mehr Könige gemacht als die neuen Gewehre.

“Er sollte recht behalten. Zwar dauerte es noch eine Weile, bevor der Rest des Vogels durch den Volltreffer von Thomas Stöffer zu Boden stürzte, aber das lag nicht an den Gewehren, sondern an den Schützen, die den Vogel so zerkleinert hatten, dass es sehr schwer war, das winzige Stück Holz zu treffen.

Als es dann aus luftiger Höhe ins Gras fiel, jubelte Thomas Stöffer. „Ich habe schon gedacht, wir müssen Steine holen, um das Vogelschießen zu beenden“, strahlte der neue König, dem das Ringen um die Regentschaft viel Spaß bereitet hat. Dies gilt auch für Brudermeister Markus Baumeister, der den Kampf um die Königskette so kommentierte: „Wir hatten ein Luxus-Problem – vier engagierte Schützen, aber nur heiße Gewehre.

“So war es vor 25 Jahren nicht ganz. Damals wurde zwar noch länger geschossen, das lag aber nicht an den Waffen, sondern an der fehlenden Munition. Dem Schießmeister gingen die Patronen aus. Um weiter schießen zu können, musste erst Nachschub aus Menden geholt werden. Erst dann konnte Heinz Baumeister, der sich vor 25 Jahren einen fairen Wettkampf mit Albert Tüllmann lieferte, die Königskette in Empfang nehmen.

(Quelle: derwesten.de, 04.07.2016, Richard Elmerhaus)





Veröffentlicht am:
11:58:05 05.07.2016 von Administrator