Chronik

Schon bei der Gründungsversammlung wurde der Beschluss gefasst, in einem Zelt zu feiern, das auf Obersten-Wiese aufgebaut werden sollte. Besonders der Fabrikant Josef Lenze ergriff die Initiative zur Gründung des Schützenvereins und leitete die Geschäfte des Vereins als 1. Vorsitzender in den zwanziger Jahren und nochmals nach dem 2. Weltkrieg bis zum Jahre 1950. Die eigentliche Festfolge wurde mit einem Kommersabend (ohne Frauen) eröffnet. Um einen König für das 1. Fest zu haben, wurde ein Ringschießen in der Schmalmke veranstaltet, dessen Sieger Kasper Grendel wurde und somit der 1. König des Vereins. Das Königsschießen mit Gewehren auf einen hölzernen Vogel fand in den nächsten Jahren auf Obersten-Wiese statt.

Im Jahre 1927, wurde der 1. Vorsitzende Josef Lenze beauftragt, für das nächste Jahr eine Flugzeughalle in Berlin günstig zu erstehen. Da diese Halle nach langem Warten unterwegs verloren ging, wurde eine neue Halle bestellt, die auf dem bisherigen Zeltplatz aufgestellt wurde. In der Generalversammlung am 31. März 1935, wurde bekanntgegeben, dass der Bürgerschützenverein Beckum, dem Kreisschützenbund für das kurkölnische Sauerland beigetreten war und somit dem Reichsbund für Volkstum und Heimat angehörte. Der 2. Weltkrieg brachte das Vereinsleben im Jahre 1939 zum Erliegen. Dies hatte zur Folge, dass der Schützenkönig von 1939 Heinrich Westig seine Königswürde 9 Jahre behielt.

Die Schützenbrüder fanden sich am 03. August 1947 wieder zusammen, um den Verein neu zu beleben. Durch das Besatzungsrecht, welches jegliche Vereine mit militärischem Charakter verboten hatte, musste man den alten Verein in seiner Form aufgeben, um einen stärker kirchlich ausgerichteten Verein innerhalb des Sauerländer Schützenbundes zu gründen, an dessen Spitze der 1. Brudermeister steht. Dadurch erhielt auch der Verein seine heutige Bezeichnung, "St. Hubertus Schützenbruderschaft Beckum". Beim 1. Nachkriegsschützenfest 1948, musste der Vogel noch mit der Armbrust abgeschossen werden, weil die englische Besatzungsmacht das Schießen mit Gewehren untersagt hatte. Die Königswürde errang Josef Goeke. Seit dem 1. Nachkriegsschützenfest kommen auch die Vergnügungsbetriebe Schwabe regelmäßig zu unseren Schützenfesten. Als Attraktionen wurden bis heute unter anderem Schiffsschaukel, Kettenkarussell, Autoskooter, Schießbude, Kleinkinderkarussell, Losverkauf, Spielwaren und Süßigkeiten angeboten. Da im Jahre 1950 die Schützenhalle unter der Schneelast einstürzte, beschloss die Bruderschaft eine neue Halle aus Stein zu bauen. Schwierigstes Problem war die Finanzierungsfrage. Mit verschiedenen Darlehen, zahlreichen Spenden und sehr viel Eigenleistung, wurde im Mai 1952 mit dem Bau einer neuen Schützenhalle begonnen und im August 1952 die Einweihung und das 1. Schützenfest in der neuen Hönnetalhalle gefeiert.

Als 2. Kapelle im Festzug, verpflichtete man in 1952 erstmalig den Spielmannszug Oberrödinghausen. Aus dieser ersten Verpflichtung entwickelte sich in den nächsten Jahren eine unzertrennliche Freundschaft, die wir auch weiter gerne pflegen möchten. Im Jahre 1962 musste eine neue Vogelstange mit einem großen Schussfang angeschafft werden, da das Schießen ohne diese Schutzvorrichtung untersagt wurde. Nach 42 Jahren Dienst wurde Mitte 2004 eine komplett neue Vogelstange aufgestellt. Am 10. Juni 2000 wurde die Jungschützenabteilung der St. Hubertus Schützenbruderschaft Beckum gegründet. Zum erstenmal präsentierten sie sich eindrucksvoll in einheitlicher Kleidung in den Festzügen des Samstags und Sonntags auf dem Schützenfest 2000.




Prächtiger Kameradschaftsgeist im Schützenverein an einem Schützenfestmontag

Der Montag wurde für die Schützen mit der Schützenmesse eröffnet, nachdem man durch die Balver Musikkapelle geweckt worden war. Um neun Uhr formierte sich der Zug zum Vogelschießen. Ein harter Kampf begann. Da es in der Gemeinde Beckum seit langen Jahren üblich ist, dass sich Verheiratete und Junggesellen in der Erringung der Königswürde abwechseln, so waren in diesem Jahre die Junggesellen an der Reihe. Doch die Aussichten waren schlecht, da Josef Paul sich als unentwegter Verheirateter beteiligte.

So fiel dann der Vogel in einer Salve, und Josef Paul wurde neuer Schützenkönig. Während der neue König noch gefeiert wurde, durcheilte eine traurige Nachricht die Reihen der Jungschützen. Richard Honert musste gegen 12 Uhr mit dem Zuge nach Höxter zur Bundeswehr. Nun wurde der Beweis erbracht, welch ein prächtiger Kameradschaftsgeist in Beckum herrscht. Die Jungschützen formierten sich vor der Schützenhalle und folgten alle ihrer Fahne und einigen Musikern. Dem zukünftigen Soldaten wurde ein Abschied bereitet, wie er bisher wohl keinem anderen zuteil wurde. Nachdem man ihn mit einigen Persilkartons und einem Brot ausgerüstet in den Zug gehoben hatte, ging es wieder zurück zur Schützenhalle. Nachmittags war dann der Festzug mit dem neuen Königspaar, Josef Paul und Monika Schumacher. Erst in den Morgenstunden des nächsten Tages fand das herrliche Fest, dessen gutes Gelingen nicht zuletzt den fleißig aufspielenden Balver Musikern zu verdanken ist, seinen Ausklang. Den Beckumern werden diese Zage noch lange Gesprächsstoff liefern. 


Hönnetalhalle
halle
Die Hönnetalhalle wurde im August 1952 fertiggestellt. 1972 kam noch ein Festsaal, ein Freizeitraum und eine Toilettenanlage hinzu. Eine neue Musik-Bühne und Garderoben wurden 1990 fertiggestellt. In den Jahren 2010/2011 wurde die Halle grundlegend modernisiert und umgebaut. Bilder vom Umbau 2010/2011 finden Sie in der Bildergalerie.


St.-Nikolaus Kirche
kirche
Am 16.September 1922 wurde die St.-Nikolaus Kirche eingeweiht. 4 Jahre später hatte Beckum eine eigenständige Pfarrvikare. Die Kirche steht im engen Zusammenhang mit dem Schützenverein, das Hubertuskreuz an der Hönnetalhalle wurde durch die Kirche eingeweiht und jedes Jahr zu Schützenfest gibt es ein Schützenmesse mit anschließender Totenehrung.


Metallplastik St.-Hubertus
metallplastik
Im November 1991 weihten wir unser Hubertus Kreuz am Giebel unserer Hönnetalhalle ein. Dabei handelt es sich um eine Metall-Skulptur von dem Künstler Heribert Prause. Die Skulptur ist als ganzes in der Form eines Kreuzes angelegt, da das Kreuz zum entscheidenden Signum im Leben des Hubertus werden sollte und neben dem Schutzpatron St.-Hubertus das Wahrzeichen unserer Bruderschaft ist.